Karlsruhe feiert das Faire Fest

Gepostet am Donnerstag, 6. Oktober 2011 in Karlsruher Netzwerk Eine Welt, Presseartikel

Zwei Wochen lang, vom 16. bis 30. September 2011, präsentierte sich die Fächerstadt Karlsruhe von seiner fairsten Seite und sensibilisierte seine Bürger durch zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen im Rahmen der „Fairen Woche 2011“ für fair gehandelte Produkte und die Bedingungen in ihren Herkunftsländer. Bereits zum dritten Mal beteiligte sich die Stadt an der bundesweiten Aktion, die dieses Jahr zugleich ihr 10-jähriges Bestehen feierte. Das Motto der diesjährigen Fairen Woche lautete „Fair ist mehr“.

Mit dem Motto wollten die Veranstalter vor allem den Mehrwert des Fairen Handels zum Ausdruck bringen. Denn bei fair gehandelten Produkten geht es nicht nur darum, dass die Konsumenten einen angemessenen Preis zahlen, sondern auch darum, den Menschen in den Produktionsländern durch Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie durch Gesundheits- und Sozialprogramme eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Dies den Bürgern bewusst zu machen, darum ging es auch den Organisatoren der Fairen Woche in Karlsruhe. Knapp 30 Gastronomiebetriebe beteiligten sich mit konkreten Angeboten, beispielsweise mit dem Verkauf von fairem Kaffee, an der Aktionswoche. Zudem wurden über zehn zum Teil mehrtägige Veranstaltungen rund um das Thema „Fairer Handel“ auf die Beine gestellt. So zum Beispiel die Wanderausstellung „Menschen in der einen Welt“ im Karlsruher Rathaus, welche durch Texte, Bilder und interaktive Elemente die politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhänge unserer globalisierten Welt zu veranschaulichen und zu erklären versucht.



 

Im Mittelpunkt der Fairen Woche stand das Faire Fest am 23. September auf dem Karlsruher Kronenplatz, wo sich Gruppen und Institutionen präsentierten, die für gerechtere Lebensbedingungen und mehr Nachhaltigkeit in den ärmeren Ländern dieser Welt eintreten. Mit eigenen Informationsständen waren unter anderem die Tibet Initiative Karlsruhe, Hilfe für Straßenkinder in Brasilien sowie die Karlsruher Unicef-Arbeitsgruppe und der Weltladen vertreten. Auch das neu gegründete Karlsruher Netzwerk Eine Welt stellte sich erstmals der breiten Öffentlichkeit vor und informierte die Besucher durch Plakate und persönliche Gespräche über die Mitgliedsorganisationen und die Ziele des Netzwerks. Besonders für potentielle neue Mitglieder war dies eine gute Gelegenheit, mit den Verantwortlichen des Netzwerks in Kontakt zu treten. Als Ehrengast des Fairen Fests durften die Veranstalter Ivan Carvalho begrüßen. Der Inder ist Initiator der indischen Organisation ASHA, welche sich für den fairen Export von Textilien und Kunsthandwerk ins Ausland stark macht, um die Lebensbedingungen der Menschen in Indien nachhaltig zu verbessern. Als Produzentenvertreter konnte Carvalho die Besucher des Fairen Fests in Karlsruher unmittelbar von der Bedeutung des Fairen Handels überzeugen und von den positiven Effekten vor Ort berichten. Bürgermeister Klaus Stapf war ebenfalls unter den Besuchern des Fairen Fests, das seinen Höhepunkt in einer Fotoaktion fand, bei der eine Menschenkette das Wort „FAIR“ darstellte. Auch wenn es sich hierbei nur um ein symbolisches Zeichen handelt, „in den vergangenen Jahren hat sich das Thema fairer Handel zunehmend in der Gesellschaft“ verankert, ist sich Stapf sicher.

Die steigende Akzeptanz von Fairem Handel schlägt sich auch in den Verkaufszahlen fair gehandelten Produkten nieder. Allein in Deutschland gaben Verbraucher 2010 über 410 Millionen Euro für „Fair Trade“-Produkte aus, das sind ungefähr 100 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor. Diese Zahlen machen Hoffnung, dass unsere Welt in Zukunft noch gerechter wird und sie machen zudem deutlich, wie wichtig Initiativen wie die Faire Woche sind, um das Bewusstsein der Verbraucher weiter für den Fairen Handel zu schärfen. Deutschlandweit erreichte die Aktionswoche 2011 mit knapp 5000 Einzelaktionen eine Rekordbeteilgung, worüber sich insbesondere das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Evangelische Entwicklungsdienst (EED)/ Brot für die Welt und das Bischöfliche Hilfswerk MIESERER freuen dürften, die die Aktion des Forums Fairer Handel finanziell förderten.

 

Pressespiegel zur Fairen Woche:

 

Kommentar absenden

Bitte loggen Sie sich ein, damit Sie einen Kommentar hinterlassen können.